Allgemeine Informationen


Der Sportbootführerschein auf Binnenschifffahrtsstraßen (Sbf Binnen) ist ein international gültiger Führerschein. Er wird als Pflichtführerschein benötigt, wenn man ein mit mehr als 11,03 KW (15PS) motorisiertes Sportboot < 20 Meter Länge auf Binnenschifffahrtsstraßen  bzw. >3,69 kW (5 PS) /<15 Meter auf dem Rhein führen will. Er wird in anderen Ländern als äquivalenter Führerschein für den Binnenbereich anerkannt. Es gibt die Versionen unter Motor, unter Segel. Die Version für Surfer wurde zum 01. Mai 2012 gestrichen. Zum Surfen wird keine Fahrerlaubnis mehr benötigt.


Voraussetzungen


  • Mindestens 14 Jahre beim Sbf Binnen unter Segeln
  • Mindestens 16 Jahre, bzw. 15 Jahre + 9 Monate alt am Tage der Prüfung beim Sbf Binnen unter Motor
  • Ärztliches Zeugnis
  • 1 Passbild (35x45mm, mit Namen versehen
  • eine unbeglaubigte Kopie des Kfz-Führerscheins oder ein polizeiliches Führungszeugnis für Behördenzwecke.
  • eine unbeglaubigte Kopie des Sportbootführerscheines See, wenn vorhanden. Dadurch wird die praktische Prüfung unter Motor beim Sbf Binnen erlassen. Beim Sbf Binnen unter Motor verringert sich bei dieser Teilprüfung die Prüfungsgebühr.

Die Unterlagen müssen komplett 7 Tage vor der Prüfung unter Angabe eines verbindlichen Prüfungstermins beim Prüfungszentrum vorliegen.




Prüfungsgebühren

Die Prüfungsgebühr setzt sich aus einer Gebühr für die Anmeldung, für die theoretische und praktische Prüfung unter Motor und eventuell Segeln sowie die Ausstellung des Führerscheins zusammen. Dazu die Mehrwertsteuer, pauschal Kosten für die Bereitstellung der Prüfungsräume und Reisekosten der Prüfer.

Die Kosten für eine Sportbootführerschein-Prüfung ist 2017 neu geregelt worden:

So kostet eine Sportbootführerschein-Binnen-Prüfung bei vorhandenem See-Teil 63,85€. Reisekosten und Raummiete sind darin enthalten. Je nachdem, ob der Segelteil hinzu kommt erhöhen sich die Gebühren.



Prüfungsablauf

1. Theoretische Prüfung


Gegenstand der theoretischen Prüfung ist der Fragenkatalog (Anlage 7), der aus 72 Basisfragen, 181 spezifischen Fragen Binnen und 47 spezifischen Fragen Segeln besteht. Aus diesem Fragenkatalog werden jeweils 15 Fragebögen erstellt

  • á 30 Fragen (7 Basisfragen und 23 spezifische Fragen Binnen),
  • á 25 Fragen (4 Basisfragen ohne Fragen zur Antriebsmaschine,
  • 14 spezifische Fragen Binnen und 7 Fragen Segeln) und
  • á 7 Fragen (Fragen Segeln).


Zur Beantwortung der im Antwort-Auswahl-Verfahren gestellten Basis- und spezifischen Fragen muss der Bewerber aus jeweils vier Antwortvorschlägen eine Antwort durch Ankreuzen auswählen. Von den vier Antwortvorschlägen ist jeweils nur ein Antwortvorschlag richtig. Für jede richtig ausgewählte Antwort erhält der Bewerber einen Punkt.
Die Prüfung gilt als bestanden, wenn der Bewerber gemäß vorstehender Tabelle mit der Beantwortung der Fragen die erforderliche Punktzahl erreicht hat.


Eine mündliche Prüfung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Zu diesen Ausnahmefällen zählen eine Legasthenie oder nicht ausreichende Deutschkenntnisse, was durch die Vorlage geeigneter Unterlagen wie Atteste, ärztliche Bescheinigungen, Schulzeugnisse oder Gutachten glaubhaft gemacht werden muss.
Die mündliche Prüfung muss bereits mit dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung beantragt werden.


2. Bei der praktischen Fahrprüfung unterscheidet man den Teil unter Motor und den Teil unter Segeln.


Bei allen Prüfungen wird die Kenntnis des Acht-, Kreuzknoten, Schot-, Pal-, Stopper-, Weblein-, Webleinstek auf Slip sowie von 2 halben Schlägen und Belegen einer Klampe vorausgesetzt. Max. 7 Knoten werden geprüft. 6 müssen in korrekter Weise gesteckt werden. Besitzt man schon einen Sbf-See werden keine Knoten mehr geprüft.
Bei der Prüfung unter Motor wird das An- und Ablegen, das Fahren nach Schifffahrtszeichen und das Person-über-Bord-Manöver geprüft. Der Prüfer ist mit an Bord.
Bei der Prüfung unter Segeln wird das An- und Ablegen, das Fahren von Kursen und das Person-über-Bord-Manöver (meistens Beinaheaufschiesser) geprüft. Der Prüfer ist meistens nicht mit an Bord. Der SKS-Schein wird als praktische Segelprüfung anerkannt.